TF

Tritrichomonas foetus


Tritrichomonas foetus ist seit langem als eine Ursache der reproduktiven Krankheit bei Rindern (Unfruchtbarkeit, Abtreibung
und Absterben der Foeten) bekannt ist. Der weit verbreitete Einsatz der künstlichen Besamung in der Zucht hat dazu geführt,
dass bei Rindern dieser Parasit in vielen Ländern aus dem Bestand entfernt werden konnte.

Infektion bei Katzen:
Seit Mitte der 90er Jahre gibt es Hinweise, dass Tritrichomonas foetus (TF) auch eine wichtige Ursache für Durchfall bei
Katzen sein kann. Eine Reihe von neueren Studien, vor allem in den USA, hat gezeigt, dass TF den Dickdarm besiedelt und
zu längeren, hartnäckigen Durchfällen führen kann. Von dieser Infektion sind am häufigsten junge Katzen - die Mehrheit ist
unter 12 Monate alt - und größere Katzengruppen, in denen der Parasit sich vermutlich zwischen den Katzen durch engen
und direkten Kontakt ausbreitet, betroffen.

Tritrichomonas Foetus bei Katzen zeigt sich durch fast flüssigen Kot, und manchmal auch frischem Blut oder Schleim im
Stuhl. Der Durchfall stinkt extrem und in einigen Fällen kann es zu Stuhlinkontinenz und Entzündung des Anus kommen.
Die meisten betroffenen Katzen sind ansonsten in sehr guter Kondition und zeigen keine signifikanten Gewichtsverluste.

In einer Studie in den USA wurde festgestellt, dass 31 % der Katzen mit diesen Parasiten infiziert sind und in Großbritannien
wurde in bis zu 30 % der Fäkalproben von Katzen mit Durchfall eine Infektion mit TF festgestellt. Auch in Proben aus
Deutschland, Dänemark, Italien, Spanien und Norwegen wurde dieser Erreger festgestellt. Es ist davon auszugehen, dass er
bei Durchfall bei Katzen eine sehr wichtige Rolle spielt. Insgesamt deutet alles darauf hin, dass TF in der „Bevölkerung Katze“
recht weit verbreitet ist, und eine Infektion am ehesten dort vorkommt, wo es eine hohe Dichte von Katzen im selben Umfeld
gibt. Es gibt keine Hinweise auf eine Verbreitung über die Nahrung oder Wasser.

Die Rolle von TF in der reproduktiv verursachten Krankheit bei Katzen ist immer noch unklar. Es gibt allerdings einen Bericht
über eine Katze aus Norwegen aus einem TF-infizierten Haushalt, die sechs Wochen nach Erhalt eines empfängnisverhütenden
Mittels eine Pyometra entwickelte und in deren Gebärmutterhörnern der Einzeller TF gefunden wurde.
 
Diagnose:
Die Diagnose einer TF-Infektion ist in der Regel recht einfach. Der Erreger kann unter dem Mikroskop als kleiner beweglicher
Organismus (ähnlich einer mikroskopischen Kaulquappe mit sehr kurzem Schwanz) in der Kotprobe diagnostiziert werden.
Allerdings ist hierzu eine sehr frische und noch körperwarme Kotprobe notwendig, da der Erreger bei Kälte und
Austrocknung schnell abstirbt. Die Diagnose kann außerdem erschwert werden, wenn die Katze vor kurzem einer
Antibiotika-Therapie unterzogen wurde. Diese kann die Zahl der TF-Einzeller unterdrücken. Die sicherste Testmöglichkeit
ist ein PCR (Polymerase-Kettenreaktion)-Test, eine Prüfung, die das Vorhandensein des genetischen Materials des Erregers
feststellt.

Behandlung:
Die Behandlung der Infektion ist schwierig, da der Erreger resistent gegen traditionelle Medikamente wie Fenbendazol und
Metronidazol ist. Bei einer Behandlung mit diesen Mitteln „stellen die Einzeller sich tot“ und der Durchfall wird kurzzeitig besser,
kommt aber dann zurück. Einige antimikrobielle Medikamente wurden zur Verbesserung der Symptome (Kotkonsistenz)
während der Therapie von infizierten Katzen eingesetzt, wegen der Wechselwirkung zwischen TF und den Bakterien, die
normalerweise im Darm vorhanden sind, konnte aber kein zufriedenstellender Zustand erreicht werden. Ein Einsatz von
Breitband-Antibiotika wird nicht empfohlen, da auch dieses nicht ausreichend wirksam ist.

Eine aktuelle Studie von Dr. Jody Gookin an der North Carolina State University hat festgestellt, dass Ronidazol (einem
Antibiotikum ähnlich, aber nicht das Gleiche wie Metronidazol) eine gute Wirksamkeit gegen TF-Infektionen bei Katzen
hat. Die Verwendung scheint bei Katzen relativ sicher zu sein, obwohl eine kleine Anzahl von Patienten neurologische
Symptome wie z. B. Zuckungen und Anfälle gezeigt haben. Die neurologischen Symptome sind ähnlich denen, die bei
einigen Katzen mit Lebererkrankungen festgestellt wurden, wenn ihnen - wegen anderer Erkrankungen - hohe Dosen
von Metronidazol verabreicht wurden.

Ronidazol sollte schwangeren Kätzinnen nicht verabreicht werden. Da das Medikament, wie viele andere Antibiotika auch,
weiteren Durchfall auslösen kann, ist zu empfehlen, alle betroffenen Katzen mit einer hochverdaulichen Diät oder einem Futter
mit hohem Ballaststoffgehalt zu füttern, damit eine bessere Kotkonsistenz erreicht wird.
 
 Ronidazol ist in Deutschland für die Anwendung bei Katzen noch nicht zugelassen. Da auch beim Menschen eine mutagene
(Mutationen auslösende) und teratogene (die Frucht schädigende und insbesondere Fehlbildungen auslösende) Wirkung
beschrieben ist, muss dies vor einer Behandlung der Katze mit dem Besitzer abgesprochen werden. Auf extreme Sorgfalt
beim Umgang mit dem Medikament sollte geachtet werden.

Erste Studien ergaben, dass eine Dosis von 30-50 mg/kg ein- bis zweimal täglich über einen Zeitraum von zwei Wochen in der
Lage ist, die klinischen Symptome zu heilen und die Einzeller „auszurotten“. Für noch sehr junge Kätzchen ist eine Dosis von
10 mg/kg einmal täglich für zwei Wochen ratsam.

Prognose:
Aktuelle Studien zeigen, dass die langfristige Prognose für die infizierten Katzen gut ist, und dass sie letztlich die Infektion
überwinden. Dies ist jedoch ein langwieriger Prozess. In einer Studie mit infizierten Katzen hat sich gezeigt, dass die
Durchfallphasen im Durchschnitt bei neun Monaten lagen. Einige Katzen hatten allerdings mehr als zwei Jahre Durchfall,
während andere bereits nach zwei Monaten dauerhaft frei von Symptomen waren. Es scheint auch, dass der Parasit im
Laufe der Zeit - innerhalb von 2 Jahren nach Beginn der Infektion - abstirbt und die meisten Katzen keine Anzeichen für
eine Infektion mehr zeigen. Es wurde aber festgestellt, dass einige der infizierten Katzen viele Monate nach der Behandlung
noch Ausscheider des Erregers sind. Allerdings wurde im Kot eine geringe Anzahl von geschwächten Einzellern festgestellt.

Kann Tritrichomonas foetus Menschen infizieren?
Es wird angenommen, dass eine Infektion durch TF unwahrscheinlich ist, aber als Vorsichtsmaßnahme im Umgang mit
infizierten Katzen wird empfohlen, die grundlegenden Hygiene-Vorkehrungen zu treffen. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten
auch zur Verhinderung der Ausbreitung der Infektion auf andere Katzen angewendet werden.

Quellen:
http://www.fabcats.org/breeders/infosheets/tritrichomonas.html
http://www.laboklin.de/pdf/de/news/laboklin_aktuell/lab_akt_0902.pdf
http://www.tffelines.com


 

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update: 06.11.2011