Teppichallergie

Teppichallergie - oder das Leiden unseres Somalikaters


Wir leben mit unseren Somalis in einer Wohnung mit Parkett. Dieses war im Flurbereich, im Laufe der Jahre, sehr unansehnlich
geworden und zum Abschleifen fehlte mir der Nerv. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Teppichboden und
hofften, mit einen passenden Reststück unseren Geldbeutel etwas schonen zu können. Wir hatten Glück und am darauf
folgenden Wochenende war dann Teppichboden verlegen angesagt.

Unsere Katzen halfen tatkräftig mit und tobten ausgelassen mit Teppichresten und Werkzeugen. Meine wichtigste
Handbewegung war, die Klinge des Teppichmessers sofort nach einem Schnitt wieder einzufahren, da ich sonst wohl beim
Tierarzt noch eine Schnittverletzung hätte behandeln lassen müssen. Da ich an einem Tag nicht fertig wurde, haben die
Katzen den ganzen Abend und auch in der Nacht mit dem nur grob zugeschnittenen Teil des Teppichs getobt. Am Sonntag
abend war dann alles wieder eingerichtet und zwei Läufer, die wir auch schon auf dem Parkett liegen hatten, sollten den
neuen Teppichboden etwas schonen.

Am Montag war unser Xabasho auffallend ruhig. Ich ließ ihn in Ruhe und vermutete, dass alle drei Katzen den ganzen Tag
lang getobt hatten, da dies bei sonnigem Wetter ihre Lieblingsbeschäftigung ist, wenn wir arbeiten. Als ich am nächsten Abend
von der Arbeit kam, tränte das rechte Auge von Xabasho etwas. Ich untersuchte ihn auf eine Verletzung, da unsere kleine
Snowy beim Toben doch recht ungestüm ist. Ich konnte nichts entdecken und wartete noch einen Tag ab. Bei meiner
Rückkehr am Mittwoch sah man ihm an, dass er sich total mies fühlte. Er war kurzatmig und das Auge tränte extrem.
Also fuhr ich mit ihm zum Tierarzt. Dort angekommen war das Auge fast trocken und auch die Atmung war besser. Auf eine
Allergie kam ich aber noch nicht.

Ein Einfärben der Hornhaut ergab keine Verletzung, trotzdem bekam Xabasho Augentropfen, da das Auge mittlerweile
gerötet war. Gleichzeitig wurde ihm Dufamox gespritzt um eine eventuelle Entzündung zu verhindern. Zu Hause angekommen
ging es Xabasho wieder deutlich schlechter und er verkroch sich hinter unsere Couch. Dort hatte er kaum
Beschwerden und mein Verdacht, dass irgendetwas mit dem neuen Bodelbelag nicht stimmt, wuchs langsam.
 
Am nächsten Tag versuchte ich den Teppichboden mit einem Nasssauger zu reinigen um vielleicht den Allergieauslöser
damit „zu erwischen“. Nachdem die Katzen wieder in den Flur durften, tobten sie auf dem noch feuchten Teppichboden
herum und Xabasho ging es relativ gut. Leider hielt diese Wirkung nur an, bis der Teppich am nächsten Morgen wieder
trocken war. Unser Kater saß wieder hinter dem Sofa und wollte nicht mal mehr fressen.

Also, raus mit dem Übeltäter, sprich dem Teppich. Das war glücklicherweise schneller erledigt als das Verlegen. Um nicht
zum zweiten Mal innerhalb einer Woche den Garderobenschrank ausräumen und abbauen zu müssen, schnitt ich den
Teppichboden an der Schrankkante ab und ließ ihn unter dem Schrank liegen.
 
Nach intensivem Staubsaugen und Wischen der Wohnung ging es Xabasho deutlich besser. Er durfte jedoch dem Teppichstück
unter dem Garderobenschrank nicht zu nahe kommen. Dann fing sein Auge sofort wieder an zu tränen und er nieste. Also klebte
ich dort ein Streifen Klebeband so auf, dass eigentlich keine Ausdünstungen und Fasern mehr austreten konnten. Damit war
ich auf dem richtigen Weg. Xabasho erholte sich sehr gut und nach einigen Tagen war ihm nicht mehr anzumerken, wie er
gelitten hatte.
 
Die beiden Läufer, die wahrscheinlich auch etwas von den Allergieauslösern des Teppichs abbekommen hatte, wurden zum
Lüften nach draußen gehängt und nach etwa zwei Wochen wieder im Flur verteilt.
 
Es dauerte keine drei Tage und es war deutlich erkennbar, dass es Xabasho wieder nicht gut ging. Also, zum Tierarzt. Dort
erzählte ich die Leidensgeschichte unseres Katers und nach intensivem Untersuchen stand fest, dass er unter einer
Beeinträchtigung der Atemwege litt. Es war aber unklar, ob eine Erkältung „im Anmarsch“ war oder ob wieder die Allergie
schuld war. Unser Tierarzt gab ihm eine Baypamun-Spritze, nachdem er mir die Nachteile von Cortison im Falle eines
Infektes erklärt hatte, und ich nahm meinen Kater wieder mit nach Hause.
 
Meine erste Handlung war dann, die beiden Läufer samt rutschfester Unterlage aus dem Flur zu entfernen und am
nächsten Tages war eine deutliche Besserung zu erkennen. Nach wenigen Tagen war unser Xabasho wieder der Alte.
Er holte sich aufdringlich seine Streicheleinheiten und forderte uns und seine „Mädels“ auch wieder zum Spielen auf.
 
Die rutschfesten Unterlagen und die Läufer haben wir jedoch aus Rücksicht auf Xabasho weggeworfen. Die Allergieauslöser
waren auch nach mehrfachem Lüften und Waschen der Läufer nicht vollständig entfernt und lösten bei Xabasho wieder
Atemprobleme aus, nachdem sie wenige Stunden im Flur lagen.
 
Wir hatten uns inzwischen auf die Suche nach Bodenfliesen gemacht. So ein Risiko wollten wir auf keinen Fall noch mal
eingehen. In einer Wochenendaktion wurde der Flur ausgeräumt und ist in der Zwischenzeit gefliest.
 

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update: 06.11.2011